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Neugewichtung des Bloomberg Commodity Index (BCOM) für 2024

Veröffentlicht am 29. Januar 2024

Luca Berlanda
Luca Berlanda

Associate Director, Quantitative Research at WisdomTree in Europe

Der Bloomberg Commodity Index (BCOM) ist ein Index, der einen Korb von Rohstoff-Terminkursen widerspiegelt. Der Index soll die Bedeutung einer diversifizierten Gruppe von Rohstoffen für die Weltwirtschaft angemessen abbilden. Im Interesse dieser Repräsentation nutzt der BCOM sowohl Liquiditätsdaten als auch in US-Dollar gewichtete Produktionsdaten, um die relative Gewichtung der einbezogenen Rohstoffe zu bestimmen. Die Zielgewichtungen berücksichtigen die Liquiditäts- und Produktionsdaten im Verhältnis 2:1 und unterliegen weiteren Diversifikationsanforderungen1.

Jedes Jahr im Januar legt der BCOM entsprechend seiner Methodik neue Zielgewichtungen fest. Die Gewichtungen werden üblicherweise einige Monate im Voraus bekannt gegeben und in der ersten „Rollperiode“ des Jahres umgesetzt (in der Regel zwischen dem 6. und 10. Geschäftstag jedes Monats). In diesem Blog stellen wir die wichtigsten Änderungen bei den neuen Zielgewichtungen für 2024 vor.

Welche Änderungen gibt es 2024?

Beim BCOM wird es in diesem Jahr aufgrund der Neukonstituierung keine Hinzufügungen oder Streichungen von Rohstoffen geben. Blei, das erst im letzten Jahr in den Index aufgenommen wurde, wird 2024 im Index verbleiben, obwohl es im ersten Jahr den Mindestschwellenwert nicht erreicht hat. Nach der Methodik wird Blei aus dem Index ausgeschlossen, wenn es in zwei aufeinander folgenden Jahren unter den Schwellenwert fällt. Abbildung 1 zeigt die Zielgewichtungen des BCOM für 2023 und 2024, während Abbildung 2 das Delta darstellt. Abbildungen 3 und 4 veranschaulichen die absolute Gewichtung und die Deltagewichtung nach Rohstoffsektor.

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Seit 2017 sind die offenen Positionen in WTI (d. h. die Anzahl der ausstehenden Kontrakte) rückläufig (siehe Abbildung 5), während Brent an Popularität gewonnen hat. Aktuell liegen die offenen Positionen in Brent deutlich über denen in WTI. Brent schloss sogar die Lücke beim Volumen, das in der Vergangenheit bei WTI höher war. Brent und WTI stehen zwar für ähnliche Rohölqualitäten, aber Brent gilt zunehmend als internationale Benchmark für die Ölpreise, während WTI eher von Angebot und Nachfrage in den USA geprägt ist. Die von der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) und ihren Partnerländern angestrebte Verknappung des Ölangebots sollte in der Brent-Benchmark also besser zum Ausdruck kommen. Nachdem ein WTI-Terminkontrakt im April 2020 kurzzeitig im Minus notierte, baute Brent seinen Liquiditätsvorsprung gegenüber WTI aus. Brent-Futures werden bar abgewickelt, während WTI physisch beglichen wird. Aufgrund der zusätzlichen Schritte zur Verwaltung eines WTI-Termingeschäfts (entweder durch Rollen oder Schließen bei Ablauf des Kontrakts) ist es anfälliger für negative Handelsergebnisse als Brent. Mit zunehmender Deutlichkeit dieser Risiken wurde Brent gegenüber WTI zur bevorzugten Wahl der Anleger.

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Für die Zukunft erwarten wir einen Rückgang von 0,41 % bei Zink und von 0,20 % bei Nickel. Die Gewichtung von Industriemetallen allgemein wird aufgrund einer tendenziell geringeren Liquidität auf den niedrigsten Wert seit Auflegung des BCOM herabgesetzt, und zwar auf 15,35 %. Die Schwierigkeiten, mit denen die London Metal Exchange (LME) im Jahr 2022 im Zusammenhang mit der Handelbarkeit von Nickel-Futures2 konfrontiert war, wirken sich seither offenbar negativ auf die Liquidität von LME-Nickelkontrakten aus. Da die Preise für Basismetalle im Jahr 2023 sanken, ging auch das Anlegerinteresse an dem Komplex zurück. Hinzu kommt, dass die Sanktionen des Vereinigten Königreichs gegen Russland (ein wichtiger Produzent von Industriemetallen) das Engagement im Handel auf dem zugrunde liegenden Spotmarkt beeinträchtigen und sich auf die Liquidität des Terminmarktes auswirken könnten.

Gold verzeichnete in absoluten Zahlen den größten Gewichtungsverlust (-0,51 %). Das ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Gewichtung zurückging, womit der Anteil der Gruppe Edelmetalle auf 18,82 % sinkt.

Insgesamt erhöhte der BCOM seine Gewichtung bei Energie, Nutztieren, Getreide und Agrarrohstoffen und verringerte sie bei Edelmetallen und Industriemetallen. Energie wird auch im Jahr 2024 die höchste Gewichtung der BCOM-Rohstoffgruppen haben und leicht auf 30,13 % ansteigen. Der Supersektor Landwirtschaft, in dem Nutztiere, Getreide und Agrarrohstoffe angesiedelt sind, verzeichnete eine Zunahme von gut 1 %. Bei allen Rohstoffen in dieser Kategorie wird die Zielgewichtung für 2024 angehoben. Die größten Zuwächse nach Sektoren verzeichnen Mais (+0,15 %) bei Getreide, Zucker (+0,25 %) bei Agragrohstoffen und Lebendvieh (+0,15 %) bei Nutztieren.

Welche Auswirkungen hat dies auf WisdomTree-Produkte?

WisdomTree verfügt über zwei OGAW-Fonds, die im Januar auf die BCOM-Gewichtungen umgestellt werden:

  • der PCOM - WisdomTree Broad Commodities UCITS ETF, der für Anleger konzipiert ist, die ihre Rohstoffperformance verbessern und gleichzeitig den Tracking-Error gegenüber dem Bloomberg Commodity Total Return Index (BCOMTR Index) minimieren wollen, indem das synthetische Engagement in Edelmetallen durch ein physisches ersetzt wird

  • der WCOA - WisdomTree Enhanced Commodities UCITS ETF, der darauf abzielt, durch Maximierung der Rollrendite Alpha gegenüber der Benchmark (BCOM) zu generieren. So investiert die Strategie in den Kontrakt mit der höchsten Backwardation (oder geringsten Contango) entlang der Kurve für jeden Rohstoff, um das Kurvenpotenzial zu maximieren.

Beide ETFs werden im Januar auf die neuen Gewichtungen des BCOM zurückgesetzt, was bedeutet, dass beide ETFs die von Bloomberg beschlossenen Änderungen übernehmen. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen den beiden ETFs. Während der PCOM im Laufe des Jahres wieder auf die BCOM-Gewichtungen umgestellt wird, um den Tracking-Error so gering wie möglich zu halten, wird der WCOA nur im Januar bis zum darauffolgenden Januar neu gewichtet. Das bedeutet, dass die Differenz in der Wertentwicklung, die sich aus einer unterschiedlichen Kontraktauswahl ergibt, im Laufe des Jahres zu einer leichten Abweichung der Gewichtungen gegenüber dem BCOM führen wird.

1 Keine Gruppe darf eine Gewichtung von mehr als 33 % haben, kein einzelner Rohstoff darf zusammen mit seinen Derivaten eine Gewichtung von über 25 % aufweisen und kein einzelner Rohstoff darf eine Gewichtung von mehr als 15 % besitzen.

2 Siehe Sympathie für des Teufels Kupfer: Nickel

Über den Autor

Luca Berlanda
Luca Berlanda

Associate Director, Quantitative Research at WisdomTree in Europe

Luca Berlanda ist Associate Director im Research-Team von WisdomTree Europe. Dort führt er quantitative Analysen durch, um neue Anlagestrategien zu verbessern oder zu entwickeln, insbesondere im Bereich Rohstoffe und thematische Aktien. Er konzentriert sich auch auf die Konstruktion und Optimierung von Portfolios. Bevor er 2022 zu WisdomTree kam, arbeitete er als quantitativer Portfoliomanager bei Euclidea SIM, einem in Mailand ansässigen Fintech-Unternehmen. Dort verwaltete er quantitativ Multi-Asset-Portfolios und entwickelte und implementierte statistische und maschinelle Lernmodelle für Anlagestrategien und Fondsauswahl. Luca hat an der Universität Bocconi in Mailand einen Master-Abschluss in Finanzwissenschaften erworben.

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