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Mythen über Eintrittsbarrieren widerlegen

Veröffentlicht am 8. Dezember 2025

Dovile Silenskyte
Dovile Silenskyte

Director, Digital Assets Research

Die wichtigsten Erkenntnisse

Professionelle Anleger beschäftigen sich weiterhin mit denselben alten „Risiken“, aber der Markt hat sich bereits weiterentwickelt.

Eine von Censuswide im Auftrag von WisdomTree im Juni und Juli 2025 durchgeführte europaweite Umfrage (802 Befragte) ergab, dass die als größte Hindernisse für die Nutzung von Kryptowährungen wahrgenommenen Faktoren unverändert sind: mangelnde Regulierung (21,6 %), hohe Volatilität (19,1 %) und begrenzte Beteiligung institutioneller Anleger (18,7 %).

Abbildung 1: Die größten wahrgenommenen Hindernisse für die Allokation in Kryptowährungen unter professionellen Anlegern

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Doch jede dieser Hürden fällt in Echtzeit. Die Regeln sind vorhanden, die Volatilität ist situationsbedingt und die institutionelle Akzeptanz ist messbar.

Mythos 1: „Krypto ist nicht reguliert.“

Realität: Die Regulierung ist nun fest etabliert, und in einigen Regionen sind diese Rahmenbedingungen wegweisend.

Die Landschaft der digitalen Assets hat sich mit beachtlicher Geschwindigkeit weiterentwickelt.

  • Die europäische Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA), die 2024 in Kraft getreten ist, bietet einheitliche Vorschriften für Krypto in der gesamten Europäischen Union und ist damit der weltweit umfassendste Rechtsrahmen.
  • Die britische Finanzaufsichtsbehörde (FCA) erlaubt nun sowohl professionellen als auch privaten Anlegern den Zugang zu börsengehandelten Bitcoin- und Ether-Produkten (ETPs), die an der Londoner Börse (LSE) notiert sind, und bekräftigt damit eindeutig regulierte Zugangsmöglichkeiten.
  • In den USA legt der Genius Act bundesweite Standards für Stablecoins fest, definiert zulässige Emittenten, schreibt eine vollständige Besicherung vor und sichert den Inhabern im Insolvenzfall den Status als vorrangige Gläubiger.

Die Herausforderung besteht nicht in der Existenz von Vorschriften, sondern in der überholten Auffassung, dass es immer noch keine gibt. Heute herrscht regulatorische Klarheit, die zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden ist.

Mythos 2: „Krypto ist für professionelle Portfolios zu volatil.“

Realität: Es gibt Schwankungen, aber sie sind messbar, situationsbedingt und überschaubar.

Ja, Bitcoin verzeichnet Kursbewegungen. Wachstumsaktien ebenfalls. Die einst undefinierbare Volatilität ist inzwischen ein quantifizierbares und investierbares Merkmal.

Abbildung 2: Bitcoin-Volatilität nähert sich dem Niveau der Aktienmärkte an

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Mit Stand vom 31. Oktober 2025 betrug die annualisierte 90-Tage-Volatilität von Bitcoin 32 % und lag damit unter dem dreistelligen Niveau von 2017 und ist nun mit Aktien aus Schwellenländern vergleichbar. Zum Vergleich: Die 90-Tage-Volatilität von Amazon liegt um 1 % höher – sie belief sich Ende Oktober 2025 auf 33 %.1

Vor allem aber verfügen professionelle Anleger nun über institutionelle Instrumente wie Bitcoin-Futures und -Optionen, um Engagements abzusichern, makroökonomische Einschätzungen zum Ausdruck zu bringen oder strukturelles Alpha zu erzielen.

Volatilität ist das Kennzeichen von asymmetrischen Wachstumswerten in der Frühphase – dieselbe Dynamik, die in der Vergangenheit Innovationszyklen untermauert hat.

Darüber hinaus bleibt die langfristige Korrelation von Bitcoin zu Aktien und Anleihen gering, was sein Potenzial als Diversifikationsinstrument für Portfolios unterstreicht.

Volatilität ist kein Hindernis für den Einstieg. Sie ist ein Parameter, der gemanagt werden muss, und für informierte Marktteilnehmer eine Quelle von Chancen.

Mythos 3: „Institutionelle Anleger haben Krypto nicht angenommen.“

Realität: Sie haben es – oft auf eine Weise, die nicht sofort ersichtlich ist.

Die institutionelle Nutzung ist kein theoretisches Konzept mehr, sie ist quantifizierbar und nimmt zu.

Mit Stand vom 30. Oktober 2025 verwalten globale physisch besicherte Krypto-ETPs Vermögenswerte von insgesamt fast 205 Milliarden US-Dollar, wobei Bitcoin über 164 Milliarden US-Dollar dieses Gesamtbetrags ausmacht.2 Die Nettomittelzuflüsse bleiben trotz Marktschwankungen seit Jahresbeginn positiv.

Abbildung 3: Globale Übersicht über das verwaltete Vermögen in physisch besicherten Krypto-ETPs

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Große Verwahrstellen und Dienstleister haben die Infrastruktur für digitale Assets in ihr Kernangebot aufgenommen. Selbst wenn Institutionen Token nicht direkt halten, beteiligen sie sich über tokenisierte Staatsanleihen, Blockchain-Pilotprojekte zur Abwicklung und Initiativen zur Tokenisierung von Fonds.

Das institutionelle Fundament ist solide und basiert auf konformen, operativ effizienten Vehikeln, die treuhänderischen Standards entsprechen. Die Akzeptanz nimmt zu, da Volatilität und Regulierung vorhersehbarer und überschaubarer geworden sind.

„Hindernisse“ als Wissenslücken betrachten

Bei jeder neuen Anlageklasse gibt es anfangs Lücken in der Wahrnehmung. Für professionelle Anleger liegt der Wettbewerbsvorsprung darin, zu erkennen, wo das Narrativ hinter der Realität zurückbleibt.

Die Daten deuten nun auf eine zweite Akzeptanzwelle hin, in deren Mittelpunkt eher Portfoliointegration als Spekulation steht. Der institutionelle Zugang wird durch ETPs, tokenisierte Geldmärkte und On-Chain-Infrastrukturen erweitert, die auf Compliance, Sicherheit und Skalierbarkeit ausgelegt sind.

Fazit: Der neue Einstiegspunkt

Die Story von Krypto ist heute eine Geschichte der Konvergenz zwischen digitalen Netzwerken und traditionellem Finanzwesen. Für Marktteilnehmer, die noch abwarten, hat sich die Frage von „Ist es sicher?“ zu „Welche Strategie verfolge ich für mein Engagement?“ gewandelt.

Da die Grenzen zwischen Krypto- und konventionellen Märkten immer mehr verschwimmen, werden die Akteure, die überholte Mythen hinter sich lassen und erkennen, wie weit die regulatorische und institutionelle Landschaft gereift ist, am besten aufgestellt sein, um an der nächsten Wachstumswelle zu partizipieren. Die wirklichen Hindernisse sind nicht mehr strukturell. Sie sind psychologisch.

1Quelle: Optuma, WisdomTree. 31. Oktober 2025.
2Quelle: Bloomberg, WisdomTree. 30. Oktober 2025. Aktiv verwaltete Krypto-ETPs und -ETFs sind ausgeschlossen.

Über den Autor

Dovile Silenskyte
Dovile Silenskyte

Director, Digital Assets Research

Dovile Silenskyte is a director of digital assets research at WisdomTree. Before joining WisdomTree in May 2024, Dovile worked as an index equity product strategist at BlackRock. Currently, she is responsible for conducting analyses for in-house digital assets publications and assisting the sales team with client queries about products and markets. Dovile holds an MSc in Finance from Texas A&M University – Commerce, and she is also a chartered financial analyst (CFA).

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