
Japan im Jahr 2020: Überraschungen am Horizont?
Veröffentlicht am 13. Januar 2020
Die BoJ besitzt fast 8 Prozent [2]des japanischen Aktienmarktes, ein Großteil davon durch ihr ETF-Kaufprogramm. Wenngleich dies als Notmaßnahme zur Überwindung einer Deflation gerechtfertigt werden kann, ist die De-facto-Verstaatlichung des Aktienkapitals durch die Zentralbank aus vielen Gründen kontraproduktiv geworden. Der Hauptgrund ist jedoch, dass niemand mit einem reibungslosen Ausstieg rechnet und wenn die BOJ mit dem Abverkauf beginnt, wird der Markt mit Sicherheit zusammenbrechen. Also, wer findet sich, um den BoJ-Aktienüberhang zu kaufen und einen wahrscheinlichen Crash zu verhindern? Es gibt nur eine Antwort: japanische Sparer, insbesondere die ältere Generation (die über 65-Jährigen besitzen mehr als 70 Prozent [3]des japanischen Nettofinanzvermögens). Um einen älteren Sparer dazu zu bewegen, von Bankeinlagen auf ETFs umzusteigen, wird ein starker Anreiz wie die Erbschaftsteuer vonnöten sein. Wenn der BOJ und dem Finanzministerium eine Zusammenarbeit gelingt und sie ein Programm entwickeln, das jeder Person, die ETFs direkt von der BOJ kauft, eine Befreiung dieser ETFs von der Erbschaftsteuer bereitstellt, wird die Zentralbank mit Sicherheit in der Lage sein, ihre Bilanz innerhalb eines kurzen Zeitraums zu sanieren. Im Endeffekt hätte dies die Reprivatisierung der japanischen Aktien, ein solideres Unternehmensbeteiligungsprofil sowie ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis der Bilanzen des Haushaltssektors zur Folge.
Dieser Blogartikel spiegelt die Ansichten von Jesper Koll wider. Eine Bezugnahme auf „wir“ sollte als Meinung von Jesper Koll und nicht notwendigerweise als Meinung von WisdomTree Europe interpretiert werden.
[2] Bank of Japan, Bericht über den Mittelfluss im dritten Quartal 2019
[3] Bank of Japan, Bericht über den Mittelfluss im dritten Quartal 2019
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