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Wie kommt „bessere Vorhersehbarkeit“ meinen Geldanlagen zugute?

Veröffentlicht am 2. November 2026

Tobias Lazar
Tobias Lazar

Associate Director, Quantitative Research

Wichtige Erkenntnisse

Viele Menschen in Industrieländern, die noch keine Immobilie besitzen, streben an, in Zukunft ein Eigenheim zu erwerben. Im Vereinigten Königreich sparen derzeit 20 % der Nicht-Eigenheimbesitzer auf eine Anzahlung.1 12 % der Haushalte in Frankreich (ohne Überseegebiete) gaben an, Geld für einen zukünftigen Immobilienkauf beiseite zu legen.2 In Deutschland nannten laut einer repräsentativen Studie 39 % der Sparer den Kauf oder die Renovierung einer Eigenheimimmobilie als ihr finanzielles Ziel.3

Gleichzeitig ist das Verhältnis von Immobilienpreisen zu Einkommen in den OECD-Ländern4 – einschließlich des Euroraums und des Vereinigten Königreichs – in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Dadurch ist das Sparen für Wohneigentum zu einem schwer erreichbaren Ziel geworden, da die Immobilienpreise schneller angestiegen sind, als die Gehälter mithalten konnten. Somit reichen Ersparnisse allein möglicherweise nicht mehr aus, um ein Haus zu finanzieren, und Kapitalzuwächse aus Investitionen spielen eine entscheidende Rolle. Andererseits hat sich dadurch der Spielraum für Fehler bei mittelfristigen Kapitalanlagen, die auf Wertsteigerung abzielen, noch weiter verringert.

Die Fallstricke von kurz- bis mittelfristigen Anlagen

Je geringer die Gewissheit über die Anlageergebnisse ist, desto schwieriger wird die Kapitalanlage. Intuitiv gilt: Je größer die Schwankungsbreite eines zukünftigen Ergebnisses – auch nach unten – sein kann, desto mehr Vorsichtsmaßnahmen ergreifen wir. Mit anderen Worten: Umso geringer ist unsere Bereitschaft, Kapital einzusetzen.

Abbildung 1 zeigt die durchschnittliche Rendite des Euro Stoxx 50, einer Benchmark für europäische Aktien, für Renditen unterhalb des Medians bei verschiedenen Zeithorizonten. Anders ausgedrückt: Welche Rendite könnte ich erwarten, wenn das Ergebnis in der unteren Hälfte der historischen Renditen läge?

Abbildung 1: Wie hoch ist die erwartete Rendite in der schlechteren Hälfte der Ergebnisse?
Durchschnittliche Rendite des Euro Stoxx 50, wenn diese unter der Medianrendite liegt.

Quelle: Bloomberg Finance L.P. Von März 1998 bis September 2026. Wir berechnen den Durchschnitt der kumulierten Nettogesamtrendite des Euro Stoxx 50 Index in Euro aus den Renditen, die unter dem Median des jeweiligen Zeithorizonts liegen. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

Über einen Zeitraum von einem, zwei und fünf Jahren war die durchschnittliche Rendite unterhalb des Medians negativ. Der Median teilt die Ergebnisse in zwei gleich große Gruppen, sodass die Wahrscheinlichkeit, in der oberen oder unteren Hälfte zu landen, etwa so hoch ist wie bei einem Münzwurf. Die Abbildung zeigt, dass die durchschnittliche Rendite in der schwächeren Hälfte der Ergebnisse historisch gesehen erst über einen längeren Zeithorizont (zehn Jahre) positiv wurde.

Gibt es eine Möglichkeit, wie wir dennoch vom Aktienmarkt profitieren können, indem wir bei einem kürzeren Zeithorizont eine besser vorhersehbare Bandbreite an Ergebnissen um eine Zielrendite herum anstreben?

Anlegen mit begrenztem Spielraum für Fehler

Defined-Return-Investing ist ein Ansatz, bei dem Derivate zur Neugestaltung der Renditeverteilung eingesetzt werden. Genauer gesagt geht es darum, die Bandbreite möglicher Ergebnisse einzugrenzen, sodass Anleger mehr Sicherheit darüber haben, wie sich ihre Anlage entwickeln wird.

Abbildung 2 zeigt ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Häufigkeit der Ergebnisse einer Aktienanlage über einen Zeitraum von sechs Jahren bei Verfolgung einer Strategie mit festgelegten Renditen umgestaltet werden könnte. Je höher die Linie über einem Punkt auf der x-Achse verläuft, desto häufiger wurde die auf dieser Achse angegebene Rendite in der Vergangenheit beobachtet.

Abbildung 2: Defined-Return-Investing gestaltet Anlageergebnisse neu

Quelle: WisdomTree, Bloomberg Finance L.P. Vom 11. April 2013 bis zum 29. Mai 2026. Die Abbildung enthält simulierte Daten, die nur zur Veranschaulichung dienen. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

Praktisch gesehen und allgemein ausgedrückt verzichten diese Strategien auf einen Teil der Partizipation an Marktaufschwüngen und bieten im Gegenzug einen gewissen Schutz vor Abschwüngen. Mit anderen Worten: Die Renditen werden um eine Zielrendite herum begrenzt, was eine größere Sicherheit bietet, dass das Ziel auch erreicht wird.

An dieser Stelle wird deutlich, dass es nichts umsonst gibt. Der Verzicht auf die Teilhabe an Kursgewinnen während starker Rallyes kann Opportunitätskosten verursachen, da diese Gewinnchancen verpasst werden. Andererseits bietet der erworbene Schutz möglicherweise keine vollständige Absicherung gegen sehr starke Markteinbrüche. Anleger mit einem sehr langen Investmenthorizont sind möglicherweise besser beraten, in eine nach Marktkapitalisierung gewichtete Benchmark zu investieren, da sie genügend Zeit haben, vorübergehende Verluste zu überstehen. Der Abwärtsschutz ist an Bedingungen geknüpft, und Kapital sowie Zielrenditen sind nicht garantiert.

Fazit

Das Sparen für eine größere Anschaffung kann Kopfzerbrechen bereiten, wenn die Zielvorgaben von Jahr zu Jahr weiter in die Ferne rücken. Geldanlagen können dazu beitragen, Kapital parallel zu den Sparbeiträgen zu vermehren, bergen jedoch erhebliche Risiken, wenn die Haltedauer begrenzt ist. Anlagen mit festgelegter Rendite sollen einen risikomindernden Ansatz bieten, der mittelfristig mehr Sicherheit bringt und es Anlegern ermöglicht, an den Märkten teilzuhaben, auch wenn sie keine langfristigen Anleger sind.

Anleger verzichten auf einen Teil der potenziellen Gewinne in steigenden Märkten im Austausch für einen bedingten Schutz vor Kursverlusten. Dieser Schutz garantiert jedoch nicht den Kapitalerhalt, und bei starken oder anhaltenden Markteinbrüchen sind weiterhin erhebliche Verluste möglich. Die Zielrenditen sind nicht garantiert, und Anleger sollten prüfen, ob der Anlagehorizont und die Risiken der Strategie zu ihren finanziellen Zielen und ihrer Verlusttoleranz passen.

1 Quelle: Financial Conduct Authority (2025). Financial Lives 2024 survey: Mortgages – selected findings.
2 Quelle: INSEE (2026), Note de conjoncture.
3 Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen (2026), Sommerumfrage 2026.
4 Quelle: OECD Data Explorer, 2015–2025.

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Über den Autor

Tobias Lazar
Tobias Lazar

Associate Director, Quantitative Research

Tobias Lazar ist Associate Director im Quantitativen Research-Team von WisdomTree, wo er sich auf die Entwicklung innovativer börsengehandelter Produkte über verschiedene Anlageklassen hinweg konzentriert und das vielfältige Angebot von WisdomTree unterstützt. Bevor er 2023 zu WisdomTree kam, arbeitete Tobias in den Index-Entwicklungsteams bei Nasdaq und Solactive, wo er für die Entwicklung von Aktien- und alternativen Risikoprämienindizes verantwortlich war. Tobias hat einen MSc in Financial Engineering von der University of Birmingham, UK, einen BSc in Mathematik von der Universität zu Köln und ist Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA).