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Aufbau des Rückgrats Europas: In die nächste Infrastrukturwelle anlegen

Veröffentlicht am 17. März 2026

Baoqi Zhu
Baoqi Zhu

Senior Associate, Quantitative Research and Multi Asset Solutions

Die wichtigsten Erkenntnisse

Auf dem NATO-Gipfel 2025 in Den Haag verpflichteten sich die Bündnispartner, bis 2035 5 % ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung und Sicherheit aufzuwenden, wobei bis zu 1,5 % des BIP für den Schutz kritischer Infrastruktur und die Stärkung der zivilen Widerstandsfähigkeit eingesetzt werden können1. Dadurch ist Infrastruktur wieder ins Blickfeld der Anleger gerückt. Doch in Europa geht das Thema weit über Investitionen in die Ausfallsicherheit hinaus. Nach jahrelangen Investitionsrückständen müssen veraltete Anlagen ersetzt und modernisiert werden, während neue Nachfragefaktoren wie Elektrifizierung und Digitalisierung den Bedarf an neuen Kapazitäten anheizen. Zusammengenommen deuten diese Faktoren auf einen anhaltenden, mehrjährigen Investitionszyklus bei Energie, Verkehr und digitaler Infrastruktur hin.

Strukturelle Kräfte, die die Infrastruktur Europas vorantreiben

Unterinvestitionen und alternde Anlagen: Nach Jahrzehnten unzureichender Investitionen nähern sich Teile der europäischen Stromnetze, Eisenbahnstrecken und Brücken dem Ende ihrer Nutzungsdauer. Ein Großteil der europäischen Eisenbahntunnel und -brücken ist über 50 Jahre alt 2 das Durchschnittsalter der Stromnetze in Europa beträgt oft mehr als 40 Jahre. Ältere Anlagen erfordern mehr Inspektions- und Wartungsarbeiten und können bei steigender Auslastung zu Kapazitätsengpässen führen. Ersatz- und Modernisierungsmaßnahmen werden unvermeidlich und veranlassen zu mehrjährigen Sanierungsprogrammen.


Neue Infrastruktur für die Zukunft Europas: EEuropa braucht außerdem neue Kapazitäten, um sich in einer Welt im Wandel behaupten zu können. Die Elektrifizierung des Verkehrs- und Industriesektors lässt den Strombedarf steigen, während die Digitalisierung eine neue Last mit sich bringt. Laut Schätzungen der Europäischen Kommission wird der Stromverbrauch in der EU bis 2030 um rund 60 % steigen.3 Rechenzentren werden voraussichtlich ein wichtiger Treiber für den steigenden Strombedarf sein, was die Dringlichkeit von Netzanschlüssen, Netzausbau und neuen Erzeugungskapazitäten noch verstärkt.

Abbildung 1: Durch den steigenden Strombedarf von KI wird die Netzkapazität zum limitierenden Faktor

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Quelle: Morgan Stanley, „Powering AI Comes To Europe“, 3. Dezember 2025. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

Mehrjährige politische Förderung: EU- und nationale Programme setzen strategische Prioritäten in konkrete Förderprojekte um. Die Förderprogramme sehen über den gesamten Zyklus hinweg Finanzmittel in Höhe von weit über 1 Billion Euro vor. Eine stabilisierte Inflationsvolatilität trägt dazu bei, dass sich diese Budgets in Verträgen niederschlagen, was die Kostentransparenz bei langfristigen Projekten verbessert. Deutschland sorgt für neuen Schwung, nachdem es seine Schuldenbremse gelockert und ein Sondervermögen im Umfang von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaneutralität eingerichtet hat.


Prioritäten für Sicherheit und Resilienz: Neben dem traditionellen Fokus auf Kosten und Effizienz hat die Geopolitik Infrastrukturentscheidungen eine strategische Dimension hinzugefügt. In der Erklärung des NATO-Gipfels von Den Haag 2025 heißt es, dass die Bündnispartner jährlich bis zu 1,5 % ihres BIP für den Schutz kritischer Infrastruktur sowie für die Stärkung der zivilen Bereitschaft und Widerstandsfähigkeit aufwenden werden. Darüber hinaus bietet der Wiederaufbau der Ukraine langfristige Chancen, da in den nächsten zehn Jahren schätzungsweise 524 Milliarden US-Dollar benötigt werden6.

Abbildung 2: Bedarf für Wiederaufbau und Wiederherstellung in der Ukraine

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Quelle: Weltbank, „Fourth Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA4)“ , Februar 2025; Rebuild Ukraine. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.


Ein auf die Wertschöpfungskette ausgerichteter Ansatz für Anlagen in die nächste Infrastrukturwelle in Europa

Während Europa zunehmend auf der nächsten Infrastrukturwelle reitet, lassen sich die Anlagechancen am besten anhand der Wertschöpfungskette beleuchten. Dadurch bleibt der Fokus auf den Ausgabenströmen und der mehrjährigen Projektpipeline. Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF (WBLD) bietet Anlegern ein gezieltes Engagement in Unternehmen, die von langfristigen Investitionen in die Infrastruktur profitieren können, die Wachstum und Ausfallsicherheit untermauert.


Die Strategie zielt auf Ingenieur- und Bauunternehmen, Hersteller von Netz- und Energieausrüstung, Produzenten von speziellen Infrastrukturkomponenten und wichtige Werkstofflieferanten ab, die am Bau dieser Anlagen beteiligt sind. Dagegen vermeidet sie normalerweise Versorger und andere Betreiber, deren Erträge in erster Linie mit dem Betrieb bestehender Netze verbunden sind und deren Renditen eher von regulatorischen Rahmenbedingungen und der betrieblichen Wirtschaftlichkeit als von der Bautätigkeit bestimmt werden.

Abbildung 3: Das WisdomTree Europe Infrastructure-Portfolio zielt in erster Linie auf ein Engagement in Bauwesen und Zulieferindustrie ab

Quelle: WisdomTree.

Die Strategie konzentriert sich auf vier Säulen, bei denen die Ausgaben in den politischen Programmen und Projektpipelines am deutlichsten zu erkennen sind:

  • Der Ausbau sauberer Energie – von erneuerbaren Energien über Speichertechnologien bis hin zu Netzanschlüssen.
  • Intelligente Stromnetze und Elektrifizierung, einschließlich Kabel, Schaltanlagen, Umspannwerke und Netzautomatisierung.
  • Modernisierung des Verkehrswesens, insbesondere der Schienenwege und wichtiger Logistikverbindungen.
  • Digitale Infrastruktur, einschließlich Glasfaser, die Ausstattung von Rechenzentren und die elektrische Versorgungsinfrastruktur, die diese antreibt.

Wie lassen sich die Chancen im europäischen Infrastrukturbereich nutzen?

Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF soll Anlegern ein gezieltes Engagement in den Unternehmen bieten, die Europas nächste Infrastrukturwelle prägen. Neben dem WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) bietet er ein ergänzendes Engagement in den physischen Infrastrukturmaßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas untermauern.

Der Fonds bildet den WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index ab. Der Index basiert auf dem Aktienuniversum der infrage kommenden Industrieländer7, wendet anschließend Kriterien hinsichtlich Marktkapitalisierung und Liquidität an und nutzt Obergrenzen sowie weitere Beschränkungen, um Konzentrationsrisiken zu mindern.

Die Titelauswahl orientiert sich sowohl an der Umsatzrelevanz als auch am Umsatzengagement in Europa.

  • Unternehmen kommen infrage, wenn mindestens 25 % ihres Umsatzes aus Kerngeschäftsbereichen für Infrastruktur stammen oder mindestens 50 % aus einer Kombination aus Kern- und angrenzenden Tätigkeiten. Kerngeschäftsbereiche stehen in direktem Zusammenhang mit dem Ausbau der Infrastruktur in Europa und umfassen Bauträger, Bauunternehmen sowie Zulieferer von Spezialausrüstung oder -komponenten, während angrenzende Tätigkeiten Infrastrukturprojekte eher indirekt unterstützen.
  • Eine Überlagerung mit dem Umsatz in Europa stellt sicher, dass das Engagement tatsächlich mit der Region verknüpft ist. Unternehmen mit Sitz in Europa müssen mindestens 10 % ihres Umsatzes in Europa erzielen, nicht-europäische Unternehmen mindestens 20 %. Das trägt dazu bei, das Portfolio auf die wachsende Nachfrage in Europa auszurichten.
  • Jedes zulässige Unternehmen erhält einen Relevancy Score von 3, 2 oder 1, der sich nach dem direkten Infrastrukturengagement und dem Anteil des Umsatzes in Europa richtet. Die einzelnen Positionen werden dann anhand der Gesamtmarktkapitalisierung gewichtet, multipliziert mit diesem Score, wodurch das Portfolio stärker auf Unternehmen mit eher direktem Infrastrukturengagement fokussiert wird.

Ein genauerer Blick auf das Portfolio des WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF



Stand: 27. Februar 2026. Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index weist eine höhere Rentabilität auf als allgemeine Aktienbenchmarks. Die Eigenkapitalrendite beträgt etwa 22 % gegenüber ca. 14 % beim MSCI Europe. Die Bewertungssignale sind uneinheitlich, was für ein Portfolio, das auf Industrietechnologie und Spezialzulieferer ausgerichtet ist, typisch ist. Gemessen an den historischen Gewinnen und Umsatzzahlen erscheint der Index günstiger als der MSCI Europe und der MSCI ACWI.

Abbildung 4: WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index – wichtige Fundamentaldaten

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Quelle: WisdomTree, FactSet, Stand: 27. Februar 2026. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

Die 20 größten Positionen machen 78,18 % des Index aus. Sie konzentrieren sich auf die Bereiche der Wertschöpfungskette, die am stärksten im Ausbau der Infrastruktur Europas engagiert sind.

  • Bauunternehmer und Verkehrsinfrastruktur: Zu VINCI und Ferrovial kommen weitere Unternehmen aus dem Bau- und Ingenieurwesen hinzu, darunter Acciona, Skanska, ACS, Sweco, Strabag und Eiffage.
  • Bauwerkstoffe: CRH, Holcim und Heidelberg Materials unterstützen den Sanierungs- und Erweiterungszyklus.
  • Enabler für Stromnetze und Elektrifizierung: Prysmian ist neben Schneider Electric, ABB und Legrand die größte Position. Ebenfalls vertreten sind Kabelspezialisten wie NKT und Nexans.
  • Ausbau der Energiesysteme: Siemens Energy bietet ein Engagement in Anlagen, die für den Ausbau des Stromnetzes benötigt werden. Nordex und Vestas verstärken das Engagement im Ausbau erneuerbarer Energien.



Abbildung 5: Top-20-Bestände im WisdomTree Europe Infrastructure UCITS Index

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Quelle: WisdomTree, Stand: 27. Februar 2026. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

Europe’Der Infrastrukturzyklus in Europa verlagert sich von der Planung auf die Umsetzung, wobei ein mehrjähriges Projektportfolio für Netzwerke, Elektrifizierung, Verkehr und Energiesysteme vorgesehen ist. Die Chancen für Aktienanlagen konzentrieren sich auf die Unternehmen, die diese Anlagen errichten und die dafür erforderlichen Ausrüstungen und Werkstoffe liefern. Der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF (WBLD) bietet über Umsatzfilter und eine Überlagerung mit dem Umsatz in Europa ein gezieltes, regelbasiertes Engagement in dieser Wertschöpfungskette, wobei die relevanzgewichtete Zusammensetzung des Portfolios den Schwerpunkt auf reine Spezialisten für direkte Infrastrukturentwicklung legt.

1. NATO, Defence expenditures and NATO’s 5% commitment
2. Europe’s Rail, Extending the life and capacity of Europe’s ageing tunnels and bridges
3. European Commission, A European Grid Action Plan
4. Based on committed envelopes for major EU programmes including the Next Generation EU, Recovery and Resilience Facility, InvestEU, Connecting Europe Facility, as per European Commission documentation.
5. German Federal Ministry of Finance, ‘The Special Fund for Infrastructure and Climate Neutrality’, 5 December 2025.
6. World Bank, Fourth Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA4) , February 2025
7. World Bank, Fourth Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA4) , February 2025

Über den Autor

Baoqi Zhu
Baoqi Zhu

Senior Associate, Quantitative Research and Multi Asset Solutions

Baoqi Zhu kam 2023 als Senior Associate im Research-Team zu WisdomTree. Baoqi Zhu konzentriert sich auf quantitatives Research zu thematischen Aktienindizes und Portfoliolösungen. Vor seiner Tätigkeit bei WisdomTree war Baoqi Zhu über zwei Jahre bei Ernst & Young (EY) im Bereich Quantitative Advisory Services tätig, wo er an der Forschung und Entwicklung von quantitativen Risikomodellen beteiligt war. Zu Beginn seiner Karriere war Baoqi Zhu mehr als drei Jahre lang als Quantitative Analyst in einem Team für Multi-Asset-Strukturierung bei Maven Global beschäftigt. Zu seinen Aufgaben gehörten die Entwicklung und Optimierung von maßgeschneiderten Absicherungsstrategien auf der Grundlage von Derivaten. Baoqi Zhu hat einen MSc in Financial Engineering & Risk Management vom Imperial College London und einen BSc in Versicherungsmathematik von der Nankai University, China. Außerdem ist er zertifizierter Financial Risk Manager (FRM).

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