
Bitcoin: Warum kam es bei der Kryptowährung zum Crash?
Veröffentlicht am 20. Mai 2021
Director of Capital Markets, WisdomTree Europe
Mittwoch, der 19. Mai, war für Bitcoin und Kryptowährungen ein großer Tag. Es wird viel darüber spekuliert, was passiert ist und ob wir uns nun in einem Bärenmarkt befinden. Sehen wir uns die aktuellen Entwicklungen an, die den „Krypto-Crash“ ausgelöst haben könnten:
1.Elon Musk: Der Twitter-Streit zwischen Musk und den Bitcoin-Maximalisten zeigt definitiv Wirkung. Negative Kommentare von einer so einflussreichen Person wie Musk könnte einige zum Verkaufen veranlasst haben – wahrscheinlich dieselben, die wegen ihm gekauft haben.
2.Reuters berichtet über ein Krypto-Verbot in China. Ein Artikel über ein staatliches Verbot von Bitcoin könnte allgemein für Nervosität sorgen – wenn ein Land es verbieten will, werden andere dem sicher folgen.
3.Das OCC1 verweist auf eine Prüfung seiner früheren Verordnungen zu Krypto. Dazu kommt es aufgrund eines Führungswechsels beim OCC. Der nachfolgende Comptroller, Michael Hsu, prüft Entscheidungen seines Vorgängers, die für Bitcoin als unterstützend gelten.
4.Die SEC2 warnte Investoren vor der Nutzung von Bitcoin-Futures in Anlagefonds. Dies ist derzeit die einzige von der SEC erlaubte Möglichkeit für Anlageinstrumente, ein Engagement in Bitcoin einzugehen. Die wiederholten Warnungen haben deshalb die Hoffnungen auf einen Exchange Traded Fund (ETF) für Bitcoin in diesem Jahr stark getrübt.
5.BlockFi3 zahlt Prämien versehentlich in Bitcoin statt in USD (d. h. 100 BTC statt 100 USD). Im Zuge der Berichtigung der Situation versendete BlockFi Briefe an seine Kunden, in denen das Unternehmen diesen rechtliche Schritte androhte. Dies könnte die Stabilität eines wichtigen Akteurs im Bereich der DeFi4-Kreditvergabe in Frage stellen.
6.Ausverkauf von Technologieaktien, da sich der Dow Jones gegenüber seinem Hoch um rund 5,2 % im Minus befindet. Bitcoin existiert nicht in einem Vakuum und allgemeine Marktturbulenzen wirken sich auf die Stimmung aus.
Man könnte sagen, dass es sich hierbei um eine Welle schlechter Nachrichten handelt. Zwar sind alle Märkte für eine negative Stimmung anfällig, Bitcoin reagiert aber möglicherweise aufgrund seiner Jugend stärker darauf. Wenn solche Nachrichten geballt kommen, könnte der Markt überreagieren, was am 19. Mai der Fall gewesen sein könnte.
Wichtig ist hierbei, im Hinterkopf zu behalten, dass sich die Fundamentaldaten von Bitcoin nicht notwendigerweise verändert haben. Deshalb könnte es sich lohnen, folgende Punkte zu berücksichtigen:
1. Tesla hat KEINEN Verkauf getätigt (durch Elon Musk bestätigt).
2. Dass China Bitcoin „verbietet“, ist kein neues Phänomen.
3. Regulierungsbehörden, wie das OCC und die SEC, lassen stets Vorsicht walten.
4. Der Weg der Verbreitung von Bitcoin verläuft nicht linear und manchen Unternehmen können dabei Fehler unterlaufen.
5. Die Märkte steigen und fallen.
Im Anlagebereich ist der #cryptocrash ein Großereignis. Dennoch ist es wichtig, die Gesamtsituation im Blick zu behalten und von zeitweiligen Fluktuationen getrennt zu betrachten.
1 Office of the Comptroller of the Currency
2 US Securities and Exchange Commission
3 BlockFi ist eine Krypto-Verwaltungsplattform
4 Decentralized Finance
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Über den Autor

Director of Capital Markets, WisdomTree Europe
Jason Guthrie ist Head of Digital Assets bei WisdomTree in Europa. Er leitet den Bereich digitale Assets bei WisdomTree. Dazu gehören die Markteinführung neuer Produkte, die Erkennung von Chancen zur Verbesserung bestehender Produkte, die Förderung von Vertriebsstrategien sowie die Kundeninformation und -interaktion rund um Kryptowährungen. Jason Guthrie ist für die Arbeit verantwortlich, die über die übliche Produktpalette hinausgeht, und fördert aktiv digitale Assets durch alternative und strategische Projekte. Vorher war Guthrie vier Jahre lang Head of Capital Markets bei WisdomTree in Europa, wo sein Team für die reibungslose Handelsausführung für unsere Kunden verantwortlich war. Vor seinem Wechsel zu WisdomTree war Guthrie bei der ETF Capital Markets Group der Deutschen Bank sowie bei Macquarie Bank als Investment Executive in Sydney, Australien, tätig. Jason Guthrie verfügt über einen Bachelor of Commerce (Finance) von der Macquarie Universität in Sydney.

