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Kommt Japans Steueraufschwung?

Veröffentlicht am 25. Oktober 2019

Der von Taifun Hagibis, dem tropischen Wirbelsturm, der Japan in diesem Monat heimgesucht hat, verursachte Schaden an japanischen privaten Wohnbauten und der öffentlichen Infrastruktur erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten drei bis fünf Wochen ein beträchtlicher fiskalischer Stimulus kommt. Gleichzeitig sind japanische Versicherungsunternehmen bereit, sich auf steigende Bargeldforderungen vorzubereiten und die Liquidität zu erhöhen. Die Banken stehen vor einer Belebung der Nachfrage nach Wohnungsbau- und Geschäftskrediten. Für die öffentlichen Yen-Märkte wird der Nettoeffekt unserer Ansicht nach eine Versteilung der japanischen Zinskurve sein, was wiederum eine positive Nachricht für Banken und andere „Substanzaktien“ am Aktienmarkt sein dürfte.

Ein Stimulus-Paket von 2 bis 3 Billionen Yen

Premierminister Shinzo Abe und sein Team sind auf die zusätzlichen Haushaltsausgaben geradezu erpicht, da die potenziellen negativen Auswirkungen der Verbrauchsteuererhöhung vom 1. Oktober bereits die solide wirtschaftspolitische Führung des Kabinetts gefährden. Jetzt ist die Notwendigkeit eines schnellen und entschlossenen Handelns der Regierung offensichtlich und dringend geworden. Gegenmaßnahmen und zusätzliche Haushaltsausgaben in Höhe von etwa 2-3 Billionen Yen, was etwa einem halben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht, werden voraussichtlich vor Ende Oktober / Anfang November angekündigt.

Wichtig ist, dass der erwartete zusätzliche fiskalische Stimulus die Wirksamkeit der Politik der Bank of Japan (BoJ) erhöht: Es entsteht ein neuer Direktübertragungskanal für die BoJ-Liquidität, mit dem tatsächlich die Realwirtschaft erreicht wird. Wir sollten uns jedoch nicht täuschen lassen, in Japan dominiert tatsächlich die Haushaltspolitik - und „Neuer Monetarismus“ ist keine Theorie, sondern konkrete politische Praxis.

Alles in allem bewegen sich japanische Aktien auf einen potenziell sehr mächtigen Sweetspot zu: Die Handelskriegslösung zwischen den USA und China dürfte das Schicksal der Exporteure stärken. Der neue fiskalische Stimulus könnte die Binnennachfrage im Allgemeinen, Banken und Substanzaktien im Besonderen ankurbeln.

Die in diesem Blog zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind die von Jesper Koll. Jeder Verweis auf „wir“ sollte als die Ansicht von Jesper angesehen werden und nicht notwendigerweise die von WisdomTree Europe.

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