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Volatilität in Schwellenmärkten nutzen

Veröffentlicht am 19. September 2018

Christopher Gannatti, CFA
Christopher Gannatti, CFA

Global Head of Research

Nach einem relativ ruhigen Jahr 2017 meldete sich die Volatilität Ende Januar und Anfang Februar 2018 mit Macht zurück und verharrt derzeit generell auf einem höheren Niveau als im letzten Jahr.

Viele Anleger haben diesen Umschwung herbeigesehnt. Allerdings haben wenige vorausgesehen, wie schnell und heftig sich diese Erwartung realisierte. Es besteht zwar Uneinigkeit darüber, was genau die Belebung der Volatilität auslöste, jedoch hatte diese zur Folge, dass der Anstieg des Volatilitätsindex (VIX) zu großer Nachfrage bei Aktienanlegern sorgte.

Interessant fanden wir, dass in der Spitze der Korrektur im Februar 2018 der MSCI Emerging Markets Index den S&P 500 um mehr als 150 Basispunkte im Abschwung hinter sich ließ1. Nachdem die Schwellenmärkte (EM) als Anlageklasse in der Vergangenheit eine um 50 Prozent höhere Standardabweichung als der S&P2 aufwies, dürften sich Anleger in Schwellenmärkten, die von einer schlechteren Performance der EM im Vergleich zu den USA ausgegangen waren, die Hände gerieben haben.

Effekt der Kurse auf das Beta

Die Outperformance der Schwellenmärkte im Februar 2018 erinnert an ein Konzept, das der Anlagestratege Jeremy Grantham beschrieben hat: Das Beta ist eine wesentliche Komponente für die Erklärung der relativen Wertentwicklung, jedoch kann die Bewertung das Beta beeinflussen. Anlagen, die im Verhältnis zu ihrem Wert in der Vergangenheit teurer sind, können eine höhere Volatilität aufweisen als erwartet (und umgekehrt). Wenn der Kurs eines Anlagewerts seine Fundamentalwerte übersteigt, kann sich eine Abschwächung des Markts überproportional negativ auswirken, wenn die Party vorbei ist3.

In Zeiten, in denen der S&P 500 auf historischen Höchstständen oder in deren Nähe notiert (worauf wir bereits seit einigen Jahren hinweisen), könnte dieses Konzept ein stärkeres Gewicht erhalten.

Es ist dieselbe Idee, die der ursprünglichen Anlagephilosophie von WisdomTree zugrunde liegt und warum wir den Fundamentaldaten einen hohen Stellenwert beimessen. Im Rahmen dieser Fundamentaldaten ermutigen uns in den Schwellenmärkten weiterhin die Unternehmensgewinne. Unserer Meinung nach könnten die von der Anlageklasse derzeit gebotenen Bewertungen zu gering eingeschätzt werden.

Heranziehung der Volatilität als Kaufsignal

VIX-Stände im Vergleich zum MSCI Emerging Market Index (1-Jahres-Forward-Rendite)

Quellen: WisdomTree, Bloomberg. Sie können nicht direkt in einen Index investieren. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum vom 1. August 2007, dem Auflegungsdatum des WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend Index, bis zum 31. August 2018.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse und Anlagen können im Wert fallen.

Volatilität nutzen lernen

Nach Schlussständen lag die jüngste Spitze des VIX bei 37,32. Sie wurde am 5. Februar 2018 erreicht. In allen 163 Fällen, in denen der VIX seit 2007 mindestens diesen Stand erreichte, hatte der MSCI Emerging Markets Index im darauf folgenden Jahr positive Renditen – dabei lag die durchschnittliche Einjahresrendite bei 69,7 Prozent. Zugegebenermaßen bilden die VIX-Anstiege Cluster rund um einige wenige Ereignisse, aber die Ergebnisse waren immer einheitlich: je höher die erreichten VIX-Stände, desto höher tendierten die Forward-Renditen für Schwellenmärkte.

Anleger können hieraus erkennen, dass die Volatilität genutzt werden kann. Da ein steigender VIX in der Regel einem kurzfristigen Aktien-Ausverkauf entspricht, haben Anleger, die diese Dellen als Kaufgelegenheit nutzten, in der Vergangenheit positive Ergebnisse erzielt.

Small-Caps-Dividenden in Schwellenmärkten

Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass unser dividendengewichteter Ansatz in der Regel die größte Über-Performance bezogen auf die Marktkapitalisierung in weniger effizienten Märkten erzielte, insbesondere bei Mid- und Small-Caps weltweit. Seit Auflegung im Jahr 2007 hat der WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend Index den auf Large-Caps ausgerichteten MSCI Emerging Markets Index übertroffen, und dies – anders als bei Small-Caps möglicherweise erwartet – auch bei niedrigerer Volatilität.

Diese Über-Performance wurde über die gesamte Indexlaufzeit sowie in der Zeit unmittelbar nach Sprüngen des VIX erzielt. Unabhängig von der Höhe, die der VIX erreichte, hat der WisdomTree-Index den MSCI-Index nach allenhohen VIX-Ständen geschlagen.

Index-Forward-Renditen nach unterschiedlichen VIX-Ständen

Quellen: WisdomTree, Bloomberg. Sie können nicht direkt in einen Index investieren. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum 1. August 2007, dem Auflegungsdatum des WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend Index, bis zum 31. August 2018.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse und Anlagen können im Wert fallen.

1 Bloomberg für den Zeitraum 26.01.18 bis 08.02.18.

2 Bloomberg für den Zeitraum 31.08.2008 bis 31.08.2018.

3 Klijn, Wouter. „The Biggest Risk in Investing is in Trying to Avoid it: Grantham.“ Investment Innovation Institute, 21. März 2018

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Über den Autor

Christopher Gannatti, CFA
Christopher Gannatti, CFA

Global Head of Research

Christopher Gannatti leitet das globale Researchteam von WisdomTree und bringt umfangreiche Erfahrungen in das Unternehmen ein. Seit seinem Eintritt im Dezember 2010 ist Chris Gannatti durch die Ränge aufgestiegen, bis er 2021 das Ruder übernahm. Angesichts seiner globalen Zuständigkeit hat er eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Initiativen von WisdomTree in den USA und in Europa gespielt. Sein Fachwissen liegt in den Themenbereichen Aktien und Technologie mit dem Schwerpunkt auf Storytelling und strategischen Einblicken. Er ist in den USA ansässig und arbeitet eng mit dem globalen CIO Jeremy Schwartz zusammen. Vor seinem Eintritt bei WisdomTree war Chris Gannatti bei Lord Abbett als Regional Consultant tätig und arbeitete mit Finanzberatern im Mittleren Westen. Er hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften der Colgate University und einen MBA der NYU Stern School of Business mit den Schwerpunkten Quantitative Finanzwissenschaft, Rechnungswesen und Wirtschaftswissenschaften. Außerdem ist er CFA-Charterholder. Als echter Visionär ist Chris Gannatti für sein Vordenken und seine Fähigkeit, komplexe Strategien effektiv zu vermitteln, bekannt.

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