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Bitcoin vs. Gold: Im Vergleich zu Gold erscheint Bitcoin um 26 % unterbewertet

Veröffentlicht am 23. April 2026

Dovile Silenskyte
Dovile Silenskyte

Director, Digital Assets Research

Die wichtigsten Erkenntnisse

Nach dem BiG-Modell (Bitcoin in Gold) von WisdomTree zum 31. März 2026 notiert Bitcoin gegenüber Gold um 26 % unter seinem Fair Value.

Es handelt sich nicht um einen direktionalen Call auf Bitcoin, sondern um ein Relative-Value-Signal, das darauf hindeutet, dass Bitcoin im heutigen makroökonomischen Umfeld gegenüber Gold unter seinem vom Modell implizierten Wert gehandelt wird.

Warum das wichtig ist

Die meisten Anleger betrachten Bitcoin nach wie vor als „Risikoanlage“. Diese Sichtweise ist zunehmend überholt.

Ein nützlicherer Ansatz besteht darin, Bitcoin direkt mit Gold zu vergleichen:

  • Beides sind monetäre Vermögenswerte
  • Beide reagieren auf Inflation, Zinsen und den US-Dollar
  • Aber sie verhalten sich unterschiedlich:
    • Gold: ein defensiver Anker
    • Bitcoin: ein Gegenstück mit höherem Risiko und größerem Gewinnpotenzial
  • Gold: ein defensiver Anker
  • Bitcoin: ein Gegenstück mit höherem Risiko und größerem Gewinnpotenzial

Die entscheidende Frage lautet also nicht: „Steigt der Bitcoin-Kurs?“, sondern vielmehr: „Ist Bitcoin im Vergleich zu Gold günstig oder teuer?“

Welche Erkenntnisse bringt das Modell?

Das BiG-Modell sagt nicht den Bitcoin-Kurs voraus. Stattdessen wird geschätzt, wo das Bitcoin-Gold-Verhältnis angesichts der aktuellen makroökonomischen Bedingungen und der Aussichten für die nächsten zwölf Monate liegen sollte.

Auf hoher Ebene vereint das Modell drei Gruppen von Einflussfaktoren:

  • Makrobedingungen:
    • Inflationserwartungen
    • Zinsen
    • Stärke des US-Dollar
    • Risikoneigung
  • Inflationserwartungen
  • Zinsen
  • Stärke des US-Dollar
  • Risikoneigung
  • Marktdynamik:
    • Trends bei Rohstoffen und Devisen (FX)
    • Liquiditätsbedingungen
  • Trends bei Rohstoffen und Devisen (FX)
  • Liquiditätsbedingungen
  • Nachfragesignale:
    • Zuflüsse in US-Bitcoin-Spot-ETFs (börsengehandelte Fonds)
  • Zuflüsse in US-Bitcoin-Spot-ETFs (börsengehandelte Fonds)

Diese Faktoren erklären den Kapitalfluss zwischen Bitcoin und Gold.

Aktuelles Signal: Bitcoin wirkt günstig

Zum 31. März 2026:

  • Tatsächliches Bitcoin-Gold-Verhältnis: 15,6
  • Fair Value gemäß Modell: 21,1

Diese Differenz deutet darauf hin, dass Bitcoin im Vergleich zu Gold um 26 % unterbewertet ist.

Abbildung 1: Das tatsächliche Bitcoin-Gold-Verhältnis liegt deutlich unter der Modellschätzung

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Quelle: WisdomTree, Stooq. Vom 31. Dezember 2013 bis zum 31. März 2026. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

Es handelt sich nicht um eine abstrakte Fehlbewertung. Die Lücke lässt sich direkt durch das derzeitige Zusammenspiel der Makrovariablen erklären, das das Modell erfasst.

Was verursacht die Bewertungslücke?

Das Modell spiegelt eine einfache Überlegung wider: Bitcoin reagiert stärker auf makroökonomische Veränderungen als Gold.

Wichtige Beziehungen:

  • Sinkende Realrenditen/gelockerte Liquidität: positiv für Bitcoin gegenüber Gold
  • Stärkerer Dollar/Risikoaversion: positiv für Gold gegenüber Bitcoin
  • Höhere Inflationserwartungen: gemischt, stützen aber oft zunächst Gold

Derzeit deutet die Kombination dieser Variablen darauf hin, dass der Preis von Bitcoin im Vergleich zu Gold höher sein sollte.

Die Entwicklung zählt: drei Szenarien

Dieselbe Bewertungslücke kann auf sehr unterschiedliche Weise geschlossen werden. Zum 31. März 2026 weist das Modell den folgenden drei Makroszenarien die höchste Wahrscheinlichkeit zu:

  • Aktuell:
    • Kein neuer makroökonomischer Schock
    • Das Verhältnis entwickelt sich vor dem aktuellen makroökonomischen Hintergrund weiter und nähert sich in der Regel allmählich dem Fair Value an
  • Kein neuer makroökonomischer Schock
  • Das Verhältnis entwickelt sich vor dem aktuellen makroökonomischen Hintergrund weiter und nähert sich in der Regel allmählich dem Fair Value an
  • Inflationsschock:
    • Gold schneidet zunächst besser ab als Bitcoin
    • Bitcoin könnte sich später erholen, wenn sich die Rückkehr zum Mittelwert und eine höhere Break-even-Unterstützung im Modell bemerkbar machen
  • Gold schneidet zunächst besser ab als Bitcoin
  • Bitcoin könnte sich später erholen, wenn sich die Rückkehr zum Mittelwert und eine höhere Break-even-Unterstützung im Modell bemerkbar machen
  • Risikoaversion:
    • Dollar erstarkt, Risikobereitschaft lässt nach
    • Gold profitiert mehr als Bitcoin
  • Dollar erstarkt, Risikobereitschaft lässt nach
  • Gold profitiert mehr als Bitcoin

Abbildung 2: Entwicklungsszenarien für das Bitcoin-Gold-Verhältnis

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Quelle: WisdomTree. 7. April 2026. Das Modell geht davon aus, dass das makroökonomische Szenario am 1. April 2026 beginnt und sich über die folgenden zwölf Monate erstreckt. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

Die Lücke mag sich zwar schließen, doch der Zeitpunkt und der Weg dorthin hängen stark vom makroökonomischen Umfeld ab.

Wichtige Klarstellung: Bitcoin ersetzt Gold nicht

Die Daten stützen kein Narrativ, dass „Bitcoin Gold ersetzt“.

Bitcoin und Gold reagieren auf dieselben makroökonomischen Variablen, allerdings mit unterschiedlicher Intensität und unterschiedlichen Anlegergruppen. Eine bessere Darstellung:

  • Gold: Stabilität, ein Reservewert, der von der Nachfrage der Zentralbanken bestimmt wird
  • Bitcoin: Wachstum, Liquiditätssensitivität, ein stärker konvexes Aufwärtspotenzial

Sie ergänzen sich eher, als dass sie sich gegenseitig ersetzen.

Glaubwürdigkeit des Modells

Im Großen und Ganzen handelt es sich um ein nach Recency (Aktualität) gewichtetes Ridge-Regressionsmodell, das auf monatlichen Daten vom 31. Dezember 2013 bis zum 31. März 2026 basiert. Es weist Folgendes auf:

  • R²-Wert von 0,66 auf Testbasis und 0,80 auf rollierender Fünfjahresbasis
  • Direktionale Genauigkeit von etwa 62 %
  • Outperformance gegenüber der Benchmark von ca. 73 %

Das Modell erklärt einen erheblichen Teil der Variation des Bitcoin-Gold-Verhältnisses, ist jedoch nicht als Instrument zum Market Timing konzipiert.

Verwendung in Portfolios

Drei praktische Anwendungen:

  • Relative-Value-Handel: Eine mögliche Strategie wäre long Bitcoin und short Gold.
  • Ausrichtung der Allokation: Wenn beide Werte gehalten werden, sollte die Gewichtung von Bitcoin bei großem Abstand erhöht werden.
  • Makro-Overlay: Kombination mit Realrenditen, Dollar-Trends und Liquiditätsindikatoren.

In der Praxis ist es ein Tool zur Positionierung. Der Vorteil liegt darin, dass Sie systematisch auf Verwerfungen setzen, wenn diese ausgeprägt sind, und zurückschrauben, sobald sie sich verringern. Die Vorgehensweise ist einfach: Beobachten Sie die Differenz, stützen Sie Ihre Entscheidungen auf den Makrokontext und vermeiden Sie es, sich zu sehr an kurzfristigen Kursschwankungen zu orientieren. Die aufgeführten Beispiele dienen lediglich der Veranschaulichung und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung dar.

Das Modell rückt die Debatte in ein neues Licht:

  • Fragen Sie nicht mehr, ob der Bitcoin-Kurs steigen wird
  • Fragen Sie stattdessen, ob Bitcoin im Vergleich zu Gold falsch bewertet ist

Aktuell lautet die Antwort: Ja. Dem Modell zufolge scheint Bitcoin um etwa 26 % unter seinem relativen Wert zu liegen. Ob sich diese Lücke schnell schließt, hängt von den makroökonomischen Bedingungen ab, nicht nur von den Narrativen rund um Krypto.

Wenn Anleger diesen Rahmen umsetzen möchten, bietet WisdomTree die Möglichkeit, das Modell und seine Annahmen im Einzelgespräch ausführlich zu erläutern.

Bitcoin ist volatil und kann erheblichen Kursschwankungen unterliegen, einschließlich Kursverlusten. Im Gegensatz zu Gold ist Bitcoin kein physischer Vermögenswert, und sein Wert wird von Faktoren wie der Marktstimmung, technologischen Entwicklungen, regulatorischen Änderungen und Akzeptanztrends beeinflusst, die unvorhersehbar sein können. Das in dieser Analyse herangezogene Modell basiert auf historischen Zusammenhängen und Annahmen zu makroökonomischen Variablen, die in Zukunft möglicherweise nicht mehr gelten. Daher sollten seine Ergebnisse nicht als verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung herangezogen werden.

Über den Autor

Dovile Silenskyte
Dovile Silenskyte

Director, Digital Assets Research

Dovile Silenskyte is a director of digital assets research at WisdomTree. Before joining WisdomTree in May 2024, Dovile worked as an index equity product strategist at BlackRock. Currently, she is responsible for conducting analyses for in-house digital assets publications and assisting the sales team with client queries about products and markets. Dovile holds an MSc in Finance from Texas A&M University – Commerce, and she is also a chartered financial analyst (CFA).

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